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Produktrichtlinie Getreide, Mehl, Brot

Produktrichtlinie Getreide - Mehl - Brot

0. Vorbemerkungen:
0.1. Die unter der Regionalmarke Lippequalität angebotenen Produkte sollen die regionale Wertschöpfung stärken. Erzeuger, Produzenten und Handel haben ihren Sitz bzw. ihre Produktionsstätten in Lippe. So werden Arbeits- und Ausbildungsplätze in Lippe erhalten und geschaffen.
0.2. Die verwendeten Grundmaterialien stammen nach Möglichkeit aus Lippe. Räumliche Nähe, pflegliche Tierhaltung und kurze Transportwege schonen die Natur und das Klima.
0.3. Auf gentechnisch veränderte Pflanzen und Futtermittel wird verzichtet. Klärschlamm kommt auf den Feldern nicht zum Einsatz.
0.4. Die Anforderungen der Produktrichtlinien stellen qualitativ hochwertige Produkte sicher und beschreiben deren Kontrolle.
0.5. Der Lippequalität e.V. fördert die Produktvermarktung durch Öffentlichkeitsarbeit in den Medien, im Internet, auf Veranstaltungen und durch Informations- und Verteilmaterial.

1. Landwirtschaft
1.1. Landwirte im Lippequalität haben den überwiegenden Teil ihrer Betriebsfläche im Kreis Lippe. Übersteigt die außerhalb Lippes liegende Fläche 10% der Gesamtbetriebsfläche, ist dies dem Vorstand anzuzeigen und von diesem ggf. zu genehmigen.
1.2. Der Landwirt verpflichtet sich zu einer vielfältigen weiten Fruchtfolge gemäß Agrarumweltmaßnahmen NRW.
1.3. Es werden biotechnische, biologische und mechanische Maßnahmen zur Unkrautbekämpfung eingesetzt und bienenverträgliche Pflanzenschutzmittel verwandt. Eine Vorerntespritzung erfolgt nicht.
1.4. Nach Möglichkeit werden Blühstreifen, Hecken, Säume und Gebüsche angelegt und gepflegt. Zum Schutz des Bodens vor Erosion und des Wassers vor Nährstoffeintrag werden Gewässerrandstreifen angelegt und beachtet und es erfolgt ein Zwischenfruchtanbau.
1.5. Der wissentliche Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut und das Ausbringen von Klärschlamm sind untersagt.
1.6. Ganzjährig sind die Schilder "Hier wächst ihr Brot" gut sichtbar aufzustellen und zu pflegen. Während der Herbstbearbeitung (August bis November) kann davon abgewichen werden. Als Gegenleistung erhalten die Landwirte einen Regionalzuschlag, dessen Höhe vom Vorstand festlegt wird.
1.7. Die Aufstellung der Schilder und die sonstigen landwirtschaftlichen und landschaftlichen werden durch Begehung geprüft.

2. Mühlen
2.1. Mühlen im Lippequalität e.V. haben ihren Geschäftssitz im Kreis Lippe. Sie sollen das entsprechende Getreide möglichst produktidentisch lagern, vermahlen und ausliefern. Ist dies aus Gründen der Verfügbarkeit von Quantität, Qualität oder Technik nicht möglich, ist die Mengenidentität zu wahren, d.h. pro 100 kg Lippequalität-Mehlverkauf müssen mindestens 125 kg Getreideeinkauf von Lippequalität-Landwirten innerhalb des Getreidewirtschaftsjahres nachgewiesen werden. Sollte erntebedingt auch die Mengenidentität nicht zu gewährleisten sein, ist dies dem Verein zu melden. Qualitätsbedingte Zukäufe unterliegen ebenfalls den Vereinsgrundsätzen. Die Mühlen halten ausreichende Silo- und Lagerkapazitäten für Roh- und Fertigware bereit, um möglichst dauerhaft geeignete Mengen und Mischungen zur Verfügung zu haben.
2.2. Können aus Kapazitäts- und Technikgründen in einer Mühle nicht alle Arbeiten geleistet werden, so kann diese das Brotgetreide in einer Nachbarmühle im unmittelbaren Umkreis Lippes in ihrem Auftrag vermahlen lassen. Hierfür bedarf es einer Ausnahmeregelung durch den Vorstand.
2.3. Die Warenströme werden dokumentiert und im Rahmen der Lizenz- und Regionalzuschlagsberechnungen gemeldet. Vierteljährlich sind die verkauften Mahlgutmengen, jährlich sind per 30.06. die eingekauften Lippequalität-Getreidemengen zu melden. Der Regionalzuschlag ist bis zum 15.07. fällig, damit die Ausschüttung zeitnah erfolgen kann.

3. Bäcker
3.1. Lippequalität-Bäcker haben ihren Betriebssitz im Kreis Lippe und beziehen ihren Bedarf an Mahlprodukten zur Herstellung von Brot, Kleingebäck und feines Backwerk grundsätzlich von Lippequalität-Mühlen.
3.2. Sie verwenden regionaltypische eigene Rezepturen. Möglichst sollte auf Fertigmehle, ggf. durch Verwendung von Saatenmischungen, verzichtet werden.
3.3. Ist aus technischen, personellen, saisonalen oder anderen vertretbaren Gründen ein Zukauf von Backwaren erforderlich, so sollte dieser vorzugsweise bei einem Lippequalität-Betrieb erfolgen. Der Zukauf bleibt die Ausnahme und sollte dauerhaft nicht mehr 5% des Backwarenangebots ausmachen.
3.4. Die Bäcker sollten als Bindeglied zum Endverbraucher ihre Ladengeschäfte als Lippequalität-Betrieb kennzeichnen und das zur Verfügung stehende Lippequalität-Verpackungsmaterial nutzen. Dabei besteht die Möglichkeit, individuelle Verpackungen mit dem Hinweis auf Lippequalität zu gestalten. Dies ist vom Vorstand zu prüfen, um das einheitliche Erscheinungsbild zu wahren. Im Verkauf ist auf eine leichte Erkennbarkeit von Produkten aus Lippequalität-Mehl zu achten (Aufkleber aus Preisschildern o. ä.).
3.5. Bei Obstkuchen oder Belag im Catering-Bereich sind saisonale Produkte aus der Region zu bevorzugen. Auch hier sollte der Zukauf vorzugsweise bei Lippequalität-Betrieben erfolgen.

4 Generalklausel für alle Produktrichtlinien
4.1. Produktgruppe: Die Produktgruppe wählt oder bestimmt eine(n) Sprecher(in), die/der den Vorstand sachlich berät und die Produktgruppe leitet (Außendarstellung, Werbung, Texte, Organisation der Kontrolle).
4.2. Kontrolle: Durch die Produktgruppe findet eine gegenseitige Kontrolle statt. Zu Kontrollzwecken (Einhaltung der Richtlinien) hat der Verein das Recht auf Einblick in die Bücher der Mitgliedsbetriebe.
4.3. Kennzeichnung: Der Betrieb und seine Verkaufsstellen sind als Lippequalität-Betrieb nach außen sichtbar zu kennzeichnen. Die Produktion ist durch Aufstellen entsprechender Schilder ("Hier wächst Ihr ...") ganzjährig zu kennzeichnen. Bei der Vermarktung oder dem Direktverkauf wird das Logo von Lippequalität verwandt. Das Logo darf nicht verändert werden.
4.4. Ausnahmeregelungen: Ausnahmen und Abweichungen von den Produktrichtlinien kann der Vorstand auf Antrag genehmigen.
4.5. Im Übrigen gilt die Satzung des Vereins.

Eins unserer vielen Feldschilder, die auf einen Lippequalität-Landwirt hinweisen, die Brotgetreide für lippische Mühlen anbauen.

Lippequalität bedeutet

Qualitätsstandards:
+ Fütterung ohne Gentechnik
+ klare Produktrichtlinien
+ transparente Produktlinien
+ kein Klärschlamm im Acker

Regionalität:
+ kurze Transportwege
+ Arbeitsplätze und Ausbildung
+ regionale Wertschöpfung

unsere Präsentkartons

der LQ-Präsentkarton

Produktgruppensprecher

Landwirte (Getreide):
Friedrich Niedermeier (Blomberg-Brüntrup)

Mühlen:
Dr. Bernd Nagel-Held (Lemgo-Voßheide)

Bäcker:
Fred Meffert (Lemgo)

100% gibt es nicht

Lippequalität ist gut und regional.

Aber 100% aus Lippe geht nicht.

Wir haben in Lippe kein Salz und keine Gewürze.

Wir haben leider nicht einmal eigenen Zucker. Es wird zwar in Lage noch Zucker aus lippischen Rüben produziert.  Aber dennoch können wir - jedenfalls zur Zeit - keinen lippischen Zucker beziehen.

Es gibt auch keine lippischen Rosinen für das Rosinenbrot. Ebenso gibt es für einen Erdbeerkuchen außerhalb der Erntesaison in Lippe keine frischen einheimischen Erdbeeren. Das lernen Kinder bereits in der Schule.

Wenn wir von Lippequalität-Backwaren sprechen, dann geht es um die Hauptbestandteile Mehle und Schrote und die saisonal vorhandenen frischen Zutaten.

Wenn wir von Lippequalität-Bäckern sprechen, dann sind das solche, die bei einer der lippischen Lippequalität-Mühlen einkaufen, ihre Produkte in aller Reghel ohne Backmischungen herstellen und dabei eigene Rezepturen verwenden. Dass in Bäckereien einzelne Produkte zur Abrundung des Angebots hinzugekauft werden, ist einer Lippequalität-Bäckerei erlaubt. Solche Zukäufe sollen in der Regel nicht mehr als 5% ihres Backwarenangebots ausmachen.

Nun zu den Mehlen: Lippische Mühlen kaufen Brotgetreide von lippischen Bauern, und sie beliefern lippische Bäcker mit Mehlen und Schroten für ihre Backwaren. So hat der Kunde einen  Bezug zu seinem Land und weiß, dass von diesen Lebensmitteln viele in Lippe leben.  Denn Lippequalität steht für funktionierende Produktionsketten in der Region und für eine regionale Wertschöpfung. Allerdings brauchen Bäcker oft Mehle und Schrote, die in der nötigen Qualität nicht immer in Lippe wachsen. Mühlen müssen daher Mehlsorten mischen. Deswegen ist uns die Mengenidentität zwischen geerntetem Brotgetreide und ausgeliefertem Mehl so wichtig. Denn daran erweist sich die Regionalität der Wertschöpfungskette.

meist gesehen

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Lippequalität bedeutet

Qualitätsstandards:
+ Fütterung ohne Gentechnik
+ klare Produktrichtlinien
+ transparente Produktlinien
+ kein Klärschlamm im Acker

Regionalität:
+ kurze Transportwege
+ Arbeitsplätze und Ausbildung
+ regionale Wertschöpfung