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Neuigkeit

Das gibt es Neues von Lippequalität e.V.

Freitag, September 04, 2020

Landratskandidaten/in: Statements zu regionalen Produkten

Lippequalität fragt: Wie stehen Sie persönlich zu regionalen Produkten im Lebensmittelbereich, und wie wollen Sie als Landrat/Landrätin die Regionalvermarktung in Lippe zukünftig stärken? Das haben wir unsere fünf Kandidaten für das Landratsamt befragt. Die folgenden Statements wurden uns bis zum Redaktionsschluss am 4.9., 18 Uhr, eingereicht. Wir geben sie hier in alphabetischer Reihenfolge wieder: Jens Gnisa, Ursula Jacob-Reisinger, Dr. Axel Lehmann, Carsten Möller, Robin Wagner.


Lippequalität bat die Kandidatin und Kandidaten für das Landratsamt um ein Statement: Der Kreis Lippe und seine regionalen Produkte.

Wer wir zukünftig unseren Landkreis repräsentieren und die Kreisverwaltung leiten?

Jens Gnisa, CDU:

Die Förderung regionaler Produkte im Lebensmittelbereich ist mir besonders wichtig. Regionale Produkte dienen der Co2-Vermeidung, sind gesünder und halten die Wertschöpfung in Lippe. Ich habe deshalb zahlreiche Unternehmen und Betriebe besuchen können, die hier tätig sind. Lippequalität ist für diese Zielsetzung ein ganz wichtiger Partner für den Kreis.

Wichtig ist es neue Absatzwege zu eröffnen. Deshalb hat die CDU die Einrichtung eines Abendmarktes in Detmold und die einer Markhalle in Lemgo speziell für regionale Produkte vorgeschlagen. Diese Vorschläge könnten zeitnah umgesetzt werden.

Darüber hinaus müssen regionale Produkte mehr im herkömmlichen Handel angeboten werden. Hier werden wir Gespräche mit den Kaufleuten suchen.

Wir wollen die Bürokratie abbauen, die zudem oft große Betriebe bevorzugt. Ein Beispiel:

In der Fleischproduktion haben wir mit Tönnies geradezu monopolisitsche Strukturen entstehen lassen. Wir müssen hier wieder auf Vielfalt setzen. Dazu müssen wir Metzgereien die noch selbst schlachten in ihrem Bestand sichern. Die Auflagen für sie dürfen nicht immer höher gesetzt werden. Hier geht es auch um Wertschätzung für diese Betriebe, um Nachwuchs und Betriebsnachfolge.

In der Landwirtschaft setzen wir darauf, unseren regional produzierenden Höfen eine große Bandbreite an unternehmerischen Tätigkeiten zu sichern. Sei es - neben der Nahrungsmittelproduktion - im Bereich des Tourismus oder der Direktvermarktung. Höfe sollen ihre Existenzmöglichkeiten behalten. Kleinen Höfen wird dies nur gelingen, wenn wir ihnen neue Einnahmequellen erschließen. Ein Beispiel: Ein Hof, dessen Produktion nicht mehr rentabel ist, möchte Ferienwohnungen anbieten. Um hier zu helfen können wir die Außenbereichssatzungen etwas lockern, so dass Häuser im Holzrahmenbau, die die Umwelt deutlich weniger beeinträchtigen als herkömmliche Häuser, einfacher gebaut werden können.

Darüber hinaus setze ich auch auf Information der Verbraucher. Regionale Produkte bieten im Regelfall eine höhere Qualität, sind aber auch teurer. Hier müssen wir die Bereitschaft wecken, mehr Geld für höhere Qualität auszugeben - zugleich muss allerdings auch die Versorgung mit günstigen Grundnahrungsmitteln gesichert werden. Der Vergleich zu anderen Ländern zeigt aber, dass hier in Deutschland durchaus noch ein größerer Markt für regionale Produkte erschlossen werden kann. Dazu möchte ich persönlich beitragen.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Kreis Projekte der solidarischen Landwirtschaft, wie auch Möglichkeiten der regionalen und saisonalen Direktvermarktung für Agrarbetriebe aus der Region unterstützt. 

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Ursula Jacob-Reisinger, Die LINKE:

Der örtliche Lebensmittelhandel hat sich auf den Weg gemacht und ich begrüße es ausdrücklich, dass zunehmend auch regionale Produkte angeboten werden.

Wir DIE LINKE in Lippe, würden auch eine Umstellung der Versorgung von allen öffentlichen Kantinen, Schulen und Kindergärten auf ökologische, saisonal und regional erzeugte Nahrungsmittel unterstützen.

Da ich selber gerne mal ein Honigbrot esse, kann ich allen Lipperinnen und Lippern den heimischen Honig nur empfehlen.

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Dr. Axel Lehmann, SPD:

Kunden wollen heutzutage immer häufiger wissen, wo und wie das Produkt erzeugt wurde, dass bei ihnen auf dem Teller landet. Der Vertrauensverlust in die Lebensmittelindustrie, u.a. ausgelöst durch Lebensmittelskandale, aber auch die zunehmend bewusste Kaufentscheidung für ein regionales Produkt führen dazu, dass Menschen immer häufiger lokale Produkte konsumieren. Und das ist auch gut so. Von daher hat LippeQualität auch weiterhin meine volle Unterstützung.

Lippe hat eine vielfältige Palette an landwirtschaftlichen und handwerklichen Erzeugnissen zu bieten. Meine Familie und ich greifen oft und gerne auf regionale Produkte aus Lippe zurück. Produkte aus Lippe sind für mich ein gelebter Umwelt- und Verbraucherschutz. Kurze Transportwege und damit wenig Treibhausgase, eine transparente Wertschöpfungskette und eine hohe Qualität sind nur einige Gründe warum es gut ist, zu regionalen Produkten zu greifen. Darüber hinaus stärkt es die heimische Wirtschaft.

Als Landrat werde ich mich weiterhin für die Regionalvermarktung in Lippe einsetzten. Dabei gilt es zu prüfen wo Kooperationen zwischen regionale Erzeuger und dem Kreis Lippe weiter gestärkt werden können. Beispielsweise nutzt der Kreis Lippe schon heute gerne Präsentkörbe von „Lippequalität“. Wichtig ist es außerdem, den Bekanntheitsgrad von regionalen Produkten stetig zu steigern.

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Carsten Möller, FDP:

Regionale Produkte sind mir persönlich nicht nur wichtig, oft sind sie schlicht auch einfach besser. Sie gehören meiner Meinung nach besonders gefördert. Hier kommen soziale, ökologische und ökonomische Aspekte perfekt zusammen: Regionale Produkte sind durch ausfallende lange Lieferketten einfach umweltfreundlicher. Von der biologischen Qualität kann man sich im Zweifel selbst überzeugen. Unsere Arbeitsplätze vor Ort zu unterstützen, ist besonders sozial - gerade jetzt. Insbesondere zu Zeiten von Corona sind die regionalen Hersteller besonders auf uns angewiesen, um die Ökonomie in Lippe weiter wachsen zu lassen.

Konkret möchte ich Folgendes tun: Regionale Hersteller müssen beim Marketing noch mehr unterstützt werden. Der Kreis kann hier als Vernetzter tätig werden. Auch muss sich in der Gesellschaft die Wertschätzung ändern. Die Bauern müssen unseren Dank ernten! Als letzten Punkt sehe ich den Abbau von Regulierungen und Bürokratie: Die oft so fleißigen regionalen Erzeuger müssen sich auf ihr Kerngeschäft kümmern, statt in Papierkram umzukommen!

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Robin Wagner, Bündnis90/Die Grünen:

Dezentrale Erzeugungs- und Vermarktungsstrukturen sind mir wichtig Dazu gehören auch und gerade regionale Lebensmittel. Ich werde als Landrat für die regionale Erzeugung die Verpachtung öffentlichen Ackerlands in den Blick nehmen. In Gesprächen mit Landwirtinnen und Landwirten ist deutlich geworden, wie schwierig es für sie ist, Land für den Anbau zu bekommen. Den ausufernden Flächenverbrauch (z.B. für unnötige Straßenbauprojekte) werde ich eindämmen und auch so Ackerland sichern. Mit einer gemeinsamen Vermarktungs- und Vertriebsplattform möchte ich den stationären Handel und den Onlinehandel in Lippe zusammenbringen und hierüber auch Absatzmöglichkeiten für regionale Produkte schaffen. Mit der Unterstützung der Gründung von Ladengenossenschaften in den Dörfern werde ich auch stationäre Vertriebsmöglichkeiten verbessern. Wie bei der Politik in Lippe insgesamt gehe ich davon aus, dass auch dieses Thema nicht alleine vom Landrat aus dem Kreishaus, sondern in Zusammenarbeit mit den Engagierten in Lippe gestaltet werden muss. Deshalb setze ich auf eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, Landwirtinnen und Landwirten, Lippe Qualität und anderen Aktiven für eine Stärkung regionaler Produkte.

 

 


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