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Neuigkeit

Das gibt es Neues von Lippequalität e.V.

Donnerstag, Januar 16, 2020

Fleischproduktion: Ethik und Geld

Die neueste Idee: Tierische Grundnahrungsmittel über die Mehrwertsteuer verteuern, damit Mittel für das Tierwohl geschaffen werden. Die Fleischpreise sind in aller Regel zu niedrig. Das schadet den Tieren, den Landwirten, dem Klima und letztlich sogar der Gesundheit. Aber die Mehrwertsteuer ist der falsche Weg! In einem Offenen Brief hat sich daher Landespfarrer i.R. und stellvertretender Vorsitzender des Lippequalität e.V. an die für die Landwirtschaft zuständigen Ministerien gewandt.


Eine Lippequalität-Fleischtheke: sie sieht aus wie viele. Aber die Tiere wurden nach besonderen Qualitätskriterien gehalten, gefüttert und nur über ganz kurze Wege transportiert.

Schweinehaltung in einem Lippequalität-Stall: auf Stroh, mit heimischen Futter und ohne Gentechnik (Fotos: Günter Puzberg)

Zu Recht wird schon seit einiger Zeit öffentlich diskutiert, dass die Zeit des Billigfleisches in Deutschland vorbei sein müsste. Tierwohl und Klimaschutz, ebenso wie regionale Versorgung sollten im Vordergrund stehen. Es ist ja kein Zweifel daran, dass das Tierwohl in Haltung, Versorgung und Transport bei der Fleischproduktion nicht im Vordergrund steht. Je kleiner der Raum, und je billiger das Futter, umso billiger wird das Fleisch. Der Handel diktiert die Preise. Der Kunde, so sagt man, wolle immer nur das billigste Fleisch. So haben wir einen stetigen Preisverfall und Wertverlust. Auch in der Landwirtschaft verfallen die Preise und die Verluste werden größer.

 

Längst gibt es Bestrebungen, diese Misere zu ändern. Aber sie haben ihren Preis:

Als erstes fällt ein, dass der Fleischkonsum insgesamt gesenkt werden sollte. Das sagt auch die Medizin. Aber wenn Fleisch und Wurst, dann nur das gute.

Deswegen steht an zweiter Stelle die Tierhaltung, die im Biobereich und in vielen Regionalinitiativen deutlich auf eine Verbesserung des Tierwohls ausgrichtet ist.

Drittens müsste die Viehfütterung regionalisiert und auch der massenhafte Tiertransport über lange Strecken bei jedem Wetter eingeschränkt werden. Es ist ein Unding, dass das Tierfutter aus Südamerika zu uns transportiert wird und dafür Regenwald abgeholzt und das Klima geschädigt wird. Deswegen sollte man sich zurückbesinnen auf heimische Futterproduktion und beim Tiertransporte möglichst kurze Wege.

Wer als Kunde auf ökologisch orientierte, regionale Fleischproduktion setzt und das Tierwohl auch im Auge hat, muss zweifellos mehr bezahlen. Er bekommt aber dabei in der Regel auch besseres Fleisch. In diese Richtung sollte die Politik verstärkt steuern.

 

Seit einigen Monaten wird nun über politische Maßnahmen laut nachgedacht. Da gibt es zum einen den Versuch eines sogenannten "Tierwohl-Labels", das seinen Namen leider nicht verdient.

Neuerdings wird die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Tierprodukte erwogen, um den Erlös in eine Verbesserung der Tierhaltung zu tun. Einmal angesehen davon, dass es völlig unklar ist, wie eine Förderung der Fleischproduktion mit guter Tierhaltung vollzogen werden soll. Es ist auch ausgesprochen contraproduktiv. Denn: Bei einer Erhöhung der Mehrwertsteuer fällt die Erhöhung auf billige Produkte naturgemäß niedriger aus als die auf höherpreisige. Billigfleisch würde also nur ein wenig teurer, während Fleisch (Milch, Käse, Eier usw.) aus Bioproduktion oder guten Regionalmarken, die die gute Tierhaltung ja schon mitbezahlen, deutlich teurer würden.

Wer das Tierwohl in der Fleischproduktion verbessern will, darf also nicht über die Mehrwertsteuer gehen.

Denn welchen Sinn machte es, das billige Fleisch im Verhältnis zu dem höherwertigen noch billiger zu machen? Poilitische Maßnahmen sollten eine Steuerungswirkung haben. Ja, aber dann bitte auch in die richtige Richtung. Die Tierhaltung müsste sich wirklich wirksam verbessern und bei den Bauern müsste mehr Geld ankommen, damit das auch möglich ist. Denn die erforderlichen Investitionen kosten viel Geld. Letztlich wird auch der Kunde das wollen. Denn eine Verachtung der Tiere will kein Kunde - übrigens auch kein Landwirt.


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