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Neuigkeit

Das gibt es Neues von Lippequalität e.V.

Freitag, Dezember 02, 2016

Örtliche Bäckereien haben heute kulturelle Aufgaben

"Den Bäckereien, die noch eine eigene Backstube vor Ort haben, kommt eine wichtige kulturelle Aufgabe zu. Zudem haben sie eine starke soziale Bedeutung." Diese Ansicht vertritt der Vorsitzende der Regionalvermarktungsinitiative Lippequalität e.V., Landespfarrer i. R. Günter Puzberg (Detmold). Der besondere Wert örtlicher Bäckereien müsse heute hoch geschätzt werden. Zwar könne man an jeder Ecke billig an Brötchen kommen, aber ein örtlicher Bäcker mit eigener Backstube stellt sich als meisterlicher Handwerksbetrieb vor Ort in einem vernetzten System vielen weiteren Aufgaben für die Bildung und die soziale Arbeit am Ort.


Bäckermeister Fred Meffert informiert in seiner Backstube über die unterscheidliche Vollkornmehle (Foto: Puzberg)

Wenn im Sachunterricht der Grundschulen, zumeist ist das in der 3. Klasse, das Thema "Vom Korn zum Brot" ansteht, dann werden örtliche Backstuben als außerschulische Lernorte geschätzt und gerne aufgesucht. So erhalten Schulkinder einen lebendigen Einblick in handwerkliches Tun und eine erste Ahnung von der Backkunst. Schließlich ist das Brot geradezu das sprichwörtliche Symbol für Lebensmittel insgesamt. Auch Gruppen aus Kindertagesstätten nutzen den Gang zu einem Bäcker mit eigener Backstube bei ihrer Ortserkundung und manche Backaktion findet mit ihnen statt. Für Erwachsenen gibt es immer wieder vom Lippequalität e.V. organisiert Informationsveranstaltungen zum Brotbacken und Besichtigungen von Backstuben. Zudem ist für Erwachsene, gerade auch für die zunehmend große Zahl älterer Menschen der örtliche Handwerksbäcker nebenher auch ein Treffpunkt für soziale Kontakte, von denen es in den Dörfern, Vororten und Städten heute immer weniger gibt.

Dass sich örtliche Lippequalität-Bäcker wie Bäckermeister Rolf Busch in Langenholzhausen, Bäckermeister Michael Dierig in Dörentrup im Umfeld des Erntedankfestes und zu besonderen Anlässen häufig engagieren, Backaktionen gestalten und Brote für einen guten Zweck spenden, ist vielen bekannt. Aber gerade jetzt in der Adventszeit stellen sich die Lippequalität-Bäcker zusätzlichen Aufgaben. Sie backen mit Kindern Kekse, die diese selber verzieren dürfen. Sie stellen mit Vereinen gemeinsam Backwaren her, die für karitative Aufgaben auf Märkten und Weihnachtsfeiern verkauft und weitergegeben werden. Hierbei zeigt sich, dass die örtliche Vernetzung eine besondere Bedeutung hat. Kinder stellen an lässlich des Weihnachtsmarktes in der Bäckerei Ingwersen mit Bäckermeister Ulf Thierling zusammen ihre eigenen Kekse her. Da backt die Detmolder Schützengesellschaft mit Bäckermeister Mickel Biere in Heiligenkirchen Stutenkerle und Hexenhäuschen für Kindergärten, die Hospiz-Inititaive oder das Diakonissen-Senioren-Zentrum. In Lemgo wurden kürzlich vier Zentner Teig in "karitative Plätzchen" umgewandelt, denn die international tätige Kiwanis-Bewegung mit ihrem Lemgoer Club stellte in gemeinsamer Aktion zusammen mit Bäckermeister Werner Schnüll vom Bäckerfachverein und Bäckermeister Fred Meffert - beide ebenso Lippequalität-Mitglieder Spekulatius, Schwarz-Weiß-Gebäck, Schokotaler oder Mandelkrokant her, die auf dem traditionellen Kläschenmarkt zu Gunsten sozialer Projekt verkauft werden. Dass das alles mit Lippequalität-Mehl geschieht, macht diese Backaktionen noch ortsnäher und zeigt die Vernetzung mit den Getreidemühlen in der Region und den Getreidebauern in Lippe auf.

Nur der unentgeltliche Einsatz der Bäckermeister und das Vorhandensein örtlicher Backstuben machen solche sozialen Backaktionen, den schulischen Unterricht vor Ort und die unmittelbare Begegnung mit einem der wichtigsten Handwerksberufe erst möglich. Dazu kommen die vielen individuellen Rezepturen, den jeder Bäcker hat auch seine Besonderheiten. Ganz abgesehen davon, dass das Brot selber in seiner Vielfalt ein schätzenswertes deutsches Kulturgut ist und von der UNESCO zum kulturellen Welterbe gezählt wird. Umso bedauerlicher sei es, so Puzberg, dass auf Grund des massiven Konkurrenzdrucks seitens der großen Backfabriken immer öfter örtliche Handwerksbäcker gezwungen sind, ihren Betrieb aufzugeben. Hier komme den Kunden eine wichtige Aufgabe zu. Ein Bäcker, der das ganze Jahr über zu wenig Brot und Brötchen verkauft, könne in der Zeit vor Weihnachten nicht noch große kostenlose Backaktionen mitmachen. Örtliche Bäckereien zu erhalten ist daher von kultureller und sozialer Bedeutung, zumal sie wirtschaftlich in unserer Gesellschaft schlechter gestellt sind, als die großen Backfabriken. Denn diese erhalten auf Grund ihres hohen Energieverbrauchs einen Preisnachlass, während der kleine Handwerksbäcker den vollen Strompreis zahlen muss. Die Backstube am Ort ist seltener geworden. Wo es noch eine Backstube gibt, sollte sie daher umso höher geschätzt werden.


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