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Freitag, Mai 01, 2015

Die "Dach"marke ist (noch) nicht durch"dacht"! - Offener Brief

Der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge gefährdet mit Steuermitteln starke Regionalinitiativen.


Offener Brief An die Mitglieder der Verbandsversammlung des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge hat vor einiger Zeit für die Förderung regionaler Produkte und deren Vermarktung vom Land erhebliche Mittel bekommen. Benannt wurden 435.000 Euro. Mit Kontor 21 wurde eine Unternehmensberatung aus Hamburg beauftragt, ein Konzept zu entwickeln. Der Lippequalität e.V. (gegründet 2002, Mitglied im Bundesverband der Regionalbewegung und Mitbegründer des Landesverbandes NRW) als größte Regionalvermark-tungsinitiative im Naturpark hat dabei aktiv mitgearbeitet. Wir brachten uns ein, weil wir die Interessen des Naturparks stärken wollten und uns zugleich weitere Impulse und Förderungen für die Vermarktung regionaler Produkte erhofften.

In der letzten Sitzung wurde nun bekannt, dass der Naturpark das Ziel verfolgt, zusätzlich und leider auch konkurrierend zu den vorhandenen Regionalmarken im Raum des Naturparks möglicherweise eine eigene Naturpark-Regionalmarke kreieren zu wollen.

1. Der Lippequalität-Vorstand hat sich mit dieser Situation befasst und kommt zu diesem Ergebnis:Wir begrüßen die Förderung von wirklich regionalen Produkten und deren Vermarktung, wie der Naturpark sie in seinen Kriterien nach unserer aktuellen Kenntnis festgelegt hat.

2. Wir sehen, dass Regionalität und Tourismus zusammen gehören und sich gegenseitig stärken können. Deswegen arbeitet Lippequalität seit Jahren daran, z.B. auf Festen, Messen und Märkten, durch den Präsentkarton und besondere Wurstdosen und durch die Repräsentation der Regionalmarke in NRW und auf Bundesebene.

3. Für die Vermarktung regionaler Produkte ist für uns die Kreisgrenze nicht bindend, daher arbeiten wir gegenwärtig an einer größeren Gebietskulisse bezüglich einer zu schaffen-den Handelsgesellschaft für regionale Produkte.

4. Wir sind irritiert, dass es im Naturpark unter der Vorgabe "Stärkung und Förderung regionaler Produkte" allem Anschein nach Überlegungen gibt, eine neue eigenständige Regionalmarke Naturpark TW/EG schaffen zu wollen. Statt eines Aufbaus von Parallel-strukturen wäre eine enge Kooperation und gemeinsame Arbeit mit den schon vorhande-nen Regionalmarken im Raum des Naturparks zukunftsweisend, getreu den Worten seines früheren Geschäftsführers Dirk Watermann: "Naturparkarbeit ist Netzwerkarbeit". Es müsste verbindlich zu einer Dachmarke kommen, die mit den vorhandenen und noch zu schaffenden, von der Wirtschaft getragenen Regionalmarken kooperiert.

5. Leider zeigt die Tagung "Regionale Produkte - regionale Identität", zu der der Naturpark für den 6. Mai 2015 nach Bad Meinberg eingeladen hat, dass es in Sachen Kooperations-fähigkeit noch viel zu tun gibt. So wurden wir als stärkste Regionalmarke im Naturpark weder an der Tagungsplanung noch an der Tagungsdurchführung beteiligt. Vielmehr erweckt das Tagungsprogramm bundesweit den falschen Eindruck, dass es im Naturpark bislang "Regionale Produkte und regionale Identität" nicht gibt. Eine Befragung von über 1000 Käuferinnen und Käufern in Lemgoer Lebensmitteleinzel-handelsgeschäften durch Schüler eines Lemgoer Gymnasiums Anfang dieses Jahres ergab, dass weit über 90% der Befragten Name und Logo von Lippequalität vertraut waren. Bekanntheit und regionale Identität sind also in Teilbereichen schon gut besetzt.

6. Der Lippequalität e.V. ist ein Zusammenschluss von Produzenten und wird von diesen getragen. Er stützt sich nicht auf öffentliche Mittel. Hingegen ist der Naturpark eine öffentlich-rechtliche Körperschaft. Wirtschaft gehört in die Wirtschaft. Es kann nicht sein, dass eine Körperschaft öffentlichen Rechts mit Steuergeldern gegen Wirtschaft und Betriebe in ihrer eigenen Region antritt. Das wäre aber bei einer eigenen Naturpark-Marke in Konkurrenz zu den vorhandenen gegeben.

7. Wir würden es begrüßen, wenn der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge sich mit seinen Möglichkeiten wirklich für regionale Produkte einsetzt, soweit diese nach den jetzt erarbeiteten klaren Kriterien des Naturparks erzeugt werden. Da diese Kriterien - wesentlich erarbeitet durch das Unternehmensberatungsbüros Kontor 21 - sich fast mit denen des Lippequalität e.V. decken, ist hier eine unmittelbare Zusammenarbeit möglich und angeraten. Hier wäre auch eine weiterführende Kooperation mit den Regionalmarken "SenneOriginal", "Kulturland Höxter" auch "BiOLokal" sinnvoll und qualifizierend.

8. Wir würden es begrüßen, wenn der Naturpark die im Entstehen begriffene Handels-gesellschaft für regionale Produkte (gemeinsam mit der Stiftung Eben-Ezer in Lemgo) in seine Überlegungen einbeziehen würde. Denn regelmäßige Verteilung und geeignete Präsentation von Produkten aus dem Naturpark müssten Teil des Projekts sein.

9. Die Verbraucher sind auch müde, wenn immer neue "Marken" erfunden werden. Die Betriebe übrigens auch. Wir brauchen daher keine neue Regionalmarke zu den schon vorhandenen, sondern die Stärkung dessen, was seit vielen Jahren an regionaler Produktion und regionaler Identität durch Produkte gewachsen ist. Das wären eine gute Naturparkarbeit und ein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Fördergeldern.
Ein neues konkurrierendes Label aus öffentlicher Hand ohne solche Basis in der Region, ohne solchen Hintergrund in Betrieben und ohne die Erfahrungen von über einem Jahrzehnt Regionalvermarktung wäre hingegen kontraproduktiv und zerstörerisch. Zudem wäre für eine neue Marke erforderlich, neue, bürokratisch, personell wie finanziell aufwendige Strukturen auf Dauer zu schaffen und zu erhalten, die es bei den bestehenden Regionalinitiativen bereits gibt.

435.000 Euro des Landes NRW sollten nicht dazu missbraucht werden, eine neue Regional-marke zu erfinden, die vorhandene gute Regionalmarken zerstört. Die Mittel wären aber gut eingesetzt, wenn sie tatsächlich "Regionale Produkte und deren Verteilung in der Region" und damit "Regionale Identität" fördern würde. Zu dieser Zusammenarbeit sind wir weiterhin bereit.

Mit freundlichen Grüßen im Namen des Lippequalität-Vorstands und seiner Betriebe

Günter Puzberg, Vorsitzender          Mickel Biere, stellvertretender Vorsitzender


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