02.10.2012

Molkerei in Lemgo noch nicht ausgelastet

Wo sonst keine Besucher hin dürfen, erläutert der Molkereimeister Hans Schmidt den Molkereiablauf bis zur Verpackung. (Foto: Puzberg)

Die einzige lippische Molkerei, die Lippequalität-Bio-Molkerei der Stiftung Eben-Ezer, ist in ihrer Kapazität noch immer nicht ausgelastet. Etwa ein Drittel der Rohmilch geht noch immer in eine Biomolkerei in Gronau, weil die Menschen in Lippe noch viel zu häufig die Milch trinken mögen, die per Autobahn über weite Strecken transportiert werden musste.

So verpesten wir Lipper zweimal unnötig die Luft: Einmal durch den weiten Transport der Biomilch nach Gronau und zum anderen durch den weiten Transport der Milch aus fernen Regionen nach Lippe. Würden mehr Menschen in Lippe die regionale Milch trinken, dann könnte also doppelt Energie, CO-2-Belastung der Luft und auch überflüssiger Verkehr eingespart werden. Die Kapazität der Molkerei reicht dafür aus.

23.01.2012

Lippequalität-Milch aus Lemgo

Unsere einzige Molkerei in Lippe steht auf dem Meierhof der Stiftung Eben-Ezer in Lemgo.Nachdem sich Renovierungsarbeiten im Gebäude der Molkerei dem Ende nähern, hoffen wir, dass es bald zu einer Ausweitung der Produktpalette kommen kann. 

Gegenwärtig produziert die Lippequalität-Molkerei schmackhafte Vollmilch und fettarme Frischmilch in Bio-Qualität. Sahne und andere Nebenprodukte sind nur für den Eigenbedarf der Einrichtung in Eben-Ezer. Vielleicht bekommen die Milchkunden demnächst ein zusätzliches Angebot ihrer lippischen Molkerei.

14.04.2011

Lippische Milch: Im Frühling neu

Die neuen Milchkarton in Vorder- und Rückansicht (Foto: Puzberg)

"Alles neu macht der Mai" heißt es im bekannten Frühlingslied. Bei der Molkerei Eben-Ezer hat der Frühling schon jetzt begonnen, denn die Milchkartons haben ein neues Outfit bekommen. Auf den ersten Blick ist es kaum zu erkennen, denn die typische Eben-Ezer-Milchkuh schaut den Betrachter wie bisher direkt an. Auch dass die Kartons in hellblau für die "Frische Bio-Vollmilch" und in weiß für die "Frische fettarme Bio-Milch" sind, ist geblieben. Nur die Siegel haben sich geändert - das von dunkelgrüne von Bioland und das neue hellgrüne EU-Öko-Siegel.

Was sich nicht geändert hat: Das bunte Lippequalität-Logo als regionales Gütesiegel auf jedem Milchkarton. Denn die Milch aus dieser Molkerei ist die einzige Milch in Lippe, die das Regionalsiegel "Lippequalität" tragen darf. Nur sie ist wirklich aus der Region und zugleich gentechnikfrei (also ohne gentechnisch verändertes Zusatzfutter) hergestellt worden. Sie stammt vom Meierhof, aber nicht von irgendeinem, sondern von dem ökologisch bewirtschafteten Meierhof der Stiftung Eben-Ezer in Lemgo-Luhe. Nur der ist Lippequalität. Dass auf den Milchkartons nicht nur die genaue Zusammensetzung der Milch verzeichnet ist, sondern auch der Meierhof in seiner Bedeutung für die Region und die Arbeit mit behinderten Menschen beschrieben wird, macht ihn auch von außen zusätzlich interessant. Das gibt dem Käufer nicht nur eine Milch von guter Qualität und mit anerkannt natürlichem Geschmack, sondern vermittelt zugleich das Gefühl, an einer guten Sache beteiligt zu sein. Die lippische Milch wird flächendeckend vertrieben und ist in der Region an über 50 Verkaufsstellen zu bekommen.

08.04.2011

Sahne und Joghurt noch in diesem Jahr?

Aus unserer Molkerei in Lemgo war zu erfahren, dass vermutlich noch in diesem Jahr die Produktpalette erweitert wird. Als nächste Schritte sind Sahne, Joghurt und Quark vorgesehen.

12.11.2010

Leider: Nicht jede Lippe-Milch ist Lippequalität

Rohmilch vom Bauern, eigentlich eine gute Idee. Aber leider kann nicht jede als Lippe-Milch bezeichnete Milch auch das Lippequalität-Siegel bekommen. Dazu sind nämlich neben der regionalen Voraussetzung bestimmte Qualitätsmerkmale maßgebend, auf die unsere Kunden Anspruch haben und für die Lippequalität auch bekannt ist. Das betrifft die Viehhaltung, die Düngung von Weiden und das Futter.

Die Freiland- und Strohhaltung der Kühe, die Düngung von Weiden ohne Einsatz von Klärschlamm und das Futter. Es muss ohne gentechnisch veränderte Bestandteile sein. Das alles geht, aber es trifft wie gesagt leider nicht für alle Milch zu, die als "Lippe-Milch" angezeigt wird.

Für die Milch unseres Mitgliedsbetriebes vom Meierhof Eben-Ezer in Lemgo treffen alle Merkmale zu. Zusätzlich wurden auch die strengen Maßstäbe von Bioland angelegt. Kein Wunder, diese Milch ist nicht nur sehr schmackhaft und im wahrsten Sinne wertvoll, sie entspricht auch dem, was Kunden heute wollen. Deswegen wird sie bereits bei über 50 Verkaufsstellen angeboten. Wenn Ihr Lebensmitteleinzelhändler sie nicht im Angebot hat - Vollmilch und fettarme Lippequalität-Biomilch, so fragen Sie ihn danach. Die Kundennachfrage regt die Belieferung an, bestimmt!

Die frische Bio-Vollmilch und fettarme Bio-Milch von unserem Mitgliedsbetrieb Meierhof in Eben-Ezer, Lemgo, ist in mehr als 50 Verkaufsstellen in der Region zu bekommen. (Foto: Puzberg)

22.07.2010

Dickmilch gelingt nur mit lippischer Milch

Selber Dickmilch ansetzen ist ein besonderer Genuss im heißen Sommer. Wer es schon einmal mit der normal gekauften Milch versucht hat, stellt fest: das gelingt nicht. Die ist sehr hoch erhitzt worden, damit sie möglichst lange haltbar ist. Dabei verliert Milch aber wesentliche Bestandteile. Wer sie als Dickmilch ansetzt, wird enttäuscht. Die wird nur wässerig und bitter.

Aber die Lippequalität-Vollmilch aus Eben-Ezer ist frisch und eignet sich für Dickmilch, denn wegen der schonenden Behandlung in der Lemgoer Molkerei enthält sie noch die meisten Bestandteile, die für Dickmilch erforderlich sind. Es geht bereits, wenn man die Lippequalität-Vollmilch in einen Teller schüttet und ein bis zwei Tage bei Zimmertemperatur stehen lässt.

Schneller dick und noch schmackhafter wird sie, wenn man sie mit etwas Naturjoghurt versetzt (einrühren) und einen Tag stehen lässt. Dann vor dem Verzehr etwas kühl stellen, Zimt und Zucker darauf streuen und essen.
Dazu ein paar frische Lippequalität-Erdbeeren, morgens gepflückt, kurz vor dem Verzehr gewaschen - das ist das gesündeste Sommermenü in diesen heißen Tagen!

18.05.2010

Lippische Milch in Lippequalität

Meierhof Stiftung Eben-Ezer, glückliche Kühe und ein nicht alltägliches Melksystem (Teil 1)

Wo wird eigentlich noch lippische Milch produziert und auch verkaufsfertig abgefüllt? Nur in Lemgo, genauer gesagt auf der Luherheide im Norden der Stadt. Hier lagen sich im Westfälischen Krieg gegnerische Armeen auf dem Schlachtfeld gegenüber. Heute liegen hier die glücklichen Milchkühe der Stiftung Eben-Ezer auf den Wiesen des Meierhofs. Der Betrieb wird seit 1999 nach den Richtlinien des Anbauverbandes Bioland kontrolliert-ökologisch bewirtschaftet und gehört zur Werkstatt für behinderte Menschen der Stiftung Eben-Ezer. Damit dient er in erster Linie als Wohn- und Arbeitsstätte für rund 30 Menschen mit Behinderungen, die hier in unmittelbarer Natur und im Umgang mit Tieren leben können.

Durch die Produktion unter Bioland werden natürlich die Kriterien von Lippequalität erfüllt. Eine Fütterung ohne gentechnisch veränderte Pflanzen und eine artgerecht Haltung auf Stroh. Hinzukommt der Umwelt- und Verbraucheraspekt. Die Milch wird in Lippe für Lippe produziert. Der Konsument erhält ein Frischeprodukt ohne Autobahnkilometer mit transparenter und nachvollziehbarer Entstehung – eben echt Lippequalität.

Der Betrieb ist vielseitig ausgerichtet. Neben den Kühen leben hier auch Schweine, einige Schafe, eine Ziege und zwei edle Araberpferde. Auf den Äckern und Wiesen mit ihren leichten bis mittel-schweren Lehmböden wächst das gehaltvolle Kleegrasfutter für die 70 Milchkühe. Die meisten von ihnen sind Holstein-Frisien, die in unserer Region am häufigsten zu findenden schwarz-weiß Gefleckten. Braunvieh, eine besonders gesunde und widerstandsfähige Rasse aus dem Alpenraum wurde erst vor kurzem auf den Hof geholt. Die jüngeren Milchtrinker werden vermutlich sofort an „Heidi“, der gleichnamigen Kindergeschichte denken.

Bis ein Kalb zur Kuh wird und damit das erste Mal Milch gibt, vergehen drei Aufzuchtjahre. Das Rind gibt erst mit der Geburt des ersten Kalbes, dann also als Jungkuh oder landläufig „Frischmelkende“ genannte, das erste Mal Milch. Eigentlich eine biologische Selbstverständlichkeit, die jedoch von immer mehr Menschen heute nachgefragt wird.

Die Heidis und schwarz-weiß Gefleckten werden in einem sogenannten Offenlaufstall gehalten. Wie der Fachbegriff schon andeutet: ein von den Seiten her weitestgehend offener Stall in dem die Tiere sich frei bewegen (Laufen) können – eine Forderung von Bioland. Aufgrund der Betriebslage haben die Kühe im Sommerhalbjahr Weidegang – die artgerechteste Haltung für dieses Nutztier!

Gemolken wird nicht mehr von Hand! Natürlich setzen auch die anderen Höfe heute dafür Melkmaschinen ein. Aber auf dem Meierhof kommt ein besonderes Melksystem zum Einsatz – ein sogenannter „Melkrobotor“. Hier entscheidet die Kuh selbst! Wird der Druck im Euter zu groß, geht sie eigenständig in diese Melkbox. Nach automatischer Reinigung des Euters wird gleichermaßen automatisch das sogenannte Melkzeug an die vier Euterzitzen angesetzt. Das Melken beginnt und damit eine wahre Hochleistung der Tiere. Bei einigen Tieren werden binnen weniger Minuten mehr als 20 Liter Milch im Organismus produziert und fließen durch die Hauptmilchvene zum Euter. Dabei arbeitet der Melkroboter besonders tierfreundlich. Anders als bei herkömmlichen von Hand geführten Melkmaschinen wird jedes Euterviertel zwar zeitgleich aber dennoch separat gemolken. Es findet kein das Euter belastendes „Leermelken“ statt. Der freie Zugang erlaubt den Tieren zudem öfter als sonst üblich gemolken zu werden. Die Selbstbestimmung sorgt für ein erhöhtes Wohlgefühl!

Über eine Edelstahl-Leitung gelangt die Milch schließlich in die nahegelegene Hofmolkerei. Darüber demnächst hier mehr…

Sie sind herzlich zu einem Betriebsbesuch eingeladen. Voranmeldung und möglichst in Gruppen erbeten, Tel. 05261 215-206.

Albrecht Flake

Der Verfasser leitet den Grünen Bereich der Werkstätten

albrecht.flake(at)eben-ezer.de