16.10.2009
Kreis Lippe. Das Erntedankfest ist vorbei. „Doch das ‚Nun danket alle Gott’ bleibt einem im Hals stecken, wenn man die neuesten Jubellieder der marktbeherrschenden Lebensmitteldiscounter hört“, meint Günter Puzberg, Vorsitzender des Regionalvermarktungsvereins Lippequalität. Desaströse Preise machten den Landwirten, Lebensmittelproduzenten und Einzelhändlern das Leben schwer.
Puzberg ist sich jedoch sicher: „Die Verbraucher wollen gar nicht, dass die Bauern und das Lebensmittelhandwerk vor Ort um ihr wirtschaftliches Überleben fürchten müssen. Jede Kundin, jeder Kunde kann durch bewussten Einkauf qualitativ guter Lebensmittel aus der Region dafür sorgen, dass regionale Wertschöpfungsketten erhalten bleiben. Und jeder Landwirt und jeder Handwerker ist selber auch Kunde an anderer Stelle.“
Milchviehhalter, die aus Verzweifelung ihr Produkte hektoliterweise auf die Wiesen kippen, das Ende der Molkerei Lage, die seit Jahren sinkende Zahl von Handwerksbäckern auch in Lippe – das alles sind für Puzberg Alarmsignale an die Adresse der Verbraucher im Kreis. „Wer gute regionale Produkte kauft, stärkt die Region, in der er lebt. Durch den Kauf namenloser Billigprodukten dagegen werden die reich, die schon genug haben. Nicht zufällig stehen die Eigentümer der größten deutschen Discounter in der soeben veröffentlichten „Hit-Liste“ der reichsten Deutschen ganz oben. Die anderen aber bleiben auf der Strecke“, erläutert der ehemalige Landespfarrer.
Der Verein Lippequalität hat sich die Vermarktung regionaler Produkte zum Ziel gesetzt und will damit lippische Produzenten, Händler und letztlich die Wirtschaft im Kreis stärken. Puzberg: „Das hat auch Vorteile für die Verbraucher, weil Lippequalität mehr Transparenz bedeutet. Die Konsumenten wissen, woher ihre Lebensmittel kommen, dass sie gentechnikfrei sind und Tiere artgerecht gehalten werden. Wir brauchen auch keinen ständigen Kampf um immer niedrigere Lebensmittelpreise. Regionale Produkte sind gut genug für einen guten Preis.“
Ein Beispiel: Landwirte, Müller und Bäcker bilden auch bei Lippequalität eine Wertschöpfungskette, die vom Korn auf dem lippischen Acker bis zum Brot beim Handwerksbäcker reicht. Die Landwirte bekommen vom Müller für das gelieferte Korn einen Regionalzuschlag. Für Friedrich Brunsiek, Sprecher der Getreidebauern im Verein, bedeutet das kleine zusätzliche Einnahmen für die Landwirte – ohne dass die Brötchen am Ende teurer würden. Doch die Kette funktioniere nur, wenn die Verbraucher auch tatsächlich zum Lippequalität-Bäcker gingen, statt Backwaren aus fernen Backfabriken zu kaufen.
24.09.2009

Kreis Lippe. In vielen Backstuben Lippes wird in den nächsten Tagen wieder für kurze Zeit „zweifarbig gebacken“. Die Lippische Landeskirche und die Bäcker- und Konditoreninnung im Kreis Lippe veranstalten auch in diesem Jahr die Aktion „Erntedankbrot“. Dabei kommt ein Brot frisch aus dem Ofen, das tatsächlich aus einer hellen und einer dunklen Hälfte besteht. Das Brot schmeckt mit süßer Marmelade ebenso gut wie mit herzhafter Wurst und eignet sich auch zum Auftoasten. Initiator der Aktion ist der Verein Lippequalität, der die landwirtschaftlichen Erzeuger und die Lebensmittelbetriebe in Lippe zusammenfasst und fördert.
Die Organisatoren haben in Rundbriefen an die evangelisch-reformierten und evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden sowie an die in der Innung zusammengefassten lippischen Bäckerhandwerksbetriebe zu der Aktion aufgerufen. Das Erntedankbrot wird vom 28. September bis zum 10.Oktober in den teilnehmenden Bäckereien erhältlich sein. „Aller Erfahrung nach“, so der Vorsitzende von Lippequalität, Landespfarrer i.R. Günter Puzberg, „ist die Erntedankbrotaktion in den Orten ein Erfolg, wo die örtlichen Bäcker von den Kirchengemeinde und den Gemeindeglieder darauf angesprochen werden und wo es zum Erntedankfest auch präsentiert wird.“
Das Erntedankbrot, von dessen Erlös ein Teil der Aktion „Brot für die Welt“ übergeben wird, besteht je zur Hälfte aus hellem Weizen- und dunklem Roggenteig. Es soll das Miteinander von Menschen verschiedener Hautfarbe in der Einen Welt symbolisieren. Das mit einer Banderole versehene Erntedankbrot steht zugleich für lokale Vermarktung und globale Verantwortung von Kirche und Wirtschaft. Es wird in den teilnehmenden handwerklichen Familienbetrieben des lippischen Bäckergewerbes täglich frisch gebacken.
Günter Puzberg will für lippische Produkte begeistern
Kreis Lippe/Detmold. Neue Köpfe, aber ein bewährtes Konzept. Günter Puzberg aus Detmold steht jetzt an der Spitze von Lippequalität, des Vereins zur Regionalvermarktung lippischer Produkte. Er tritt als Vereinsvorsitzender die Nachfolge des ehemaligen Landrates Hans Pohl an, der den Verein drei Jahre geleitet hat. Puzbergs Ziel: Er will den Lipperinnen und Lippern noch bewusster machen, dass regionale Produktionsketten vom lippischen Acker auf den lippischen Teller für alle von Vorteil sind.
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11.12.2008

Verona/Detmold. Wenn es etwas zu probieren gibt, greift jeder mal gerne zu! Auf dem alljährlichen Markt für Spezialitäten und Traditionen der Partnerstädte Veronas gehört das Probieren von internationalen Leckereien aller Art zum guten Brauch.
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05.12.2008

Detmold und Lippequalität pflegen Städtefreundschaft
Detmold. Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Freundschaft auch. Deshalb sind die drei Lippequalität-Bäcker Mickel Biere, August Nagel und Kurt Sander mit von der Partie, wenn die Stadt Detmold sich in den nächsten Tagen beim Weihnachtsmarkt im befreundeten Verona präsentiert. Die Drei backen dort „Detmolder Landbrot“, und italienische Auszubildende schauen ihnen dabei über die Schulter. hier mehr lesen...
15.10.2008

Lemgo (te). Er erschien morgens um vier, aber gar nicht so, wie es normalerweise seine Art ist: Günter Wallraff, üblicherweise verdeckt arbeitender Journalist, stand gestern einmal mehr in einer Backstube. Diesmal aber ganz offiziell, ohne Tarnung und auf Einladung des Vereins „Lippequalität“.
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25.09.2008


Gemeinsame Aktion von Lippequalität, Innung und Landeskirche
Kreis Lippe. Das Erntedankfest naht. Die Regionalvermarkter vom Verein Lippequalität, die Bäcker- und Konditoreninnung sowie die Lippische Landeskirche wollen aus diesem Anlass gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Mittel zum guten Zweck ist das nur für wenige Wochen gebackene Erntedank-Brot.
Natürlich ist dieses Brot tatsächlich ein sichtbar-symbolisches Dankeschön für die Getreideernte dieses Jahres. Erntedank ist aber auch ein Fest des Gebens für die Menschen, die sich nicht über eine gute Ernte freuen konnten. Deshalb führen die beteiligten Bäcker von jedem verkauften Erntedank-Brot 20 Cent für „Brot für die Welt“ ab.
Und schließlich der dritte Vorteil: Das Erntedank-Brot wird in lippischen Handwerksbetrieben für Lippe aus lippischem Getreide hergestellt. Damit möchten die Organisatoren den Wert regionaler Produktionsketten hervorheben. Davon profitierten die heimische Wirtschaft ebenso wie der qualitätsbewusste Verbraucher und, angesichts kurzer Transportwege, auch die Umwelt, meint Heinrich Mühlenmeier, Umweltbeauftragter der Lippischen Landeskirche: „Das Wissen um die Kette vom Getreide über das Mehl bis zum Brot darf nicht unterschätzt werden. Erntedank ist Anlass zum Nachdenken über den Wert unserer Lebensmittel.“
Das Erntedank-Brot wird ab der letzten Septemberwoche bis Mitte Oktober von mehreren lippischen Bäckereien hergestellt. Jede Scheibe besteht aus einer hellen und einer dunklen Hälfte, die symbolisch für den Ausgleich von arm und reich, Nord und Süd stehen. Erhältlich ist es nicht nur in den engagierten Bäckereien, die sich an der Aktion beteiligen, sondern auch bei zahlreichen Gottesdiensten zum Erntedankfest. Die Lippische Landeskirche hat gegenüber den Kirchengemeinden in einem Schreiben angeregt, in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Bäckern vor Ort das Erntedank-Brot am Rande der Gottesdienste anzubieten.
Die Aktion steht unter dem Motto „Lipper teilen. Brot für Lippe – Brot für die Welt“. Sie findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Die teilnehmenden Bäckerbetriebe sind anhand entsprechender Aktionsplakate erkennbar.
25.09.2008


Lippequalität setzt auf Produkte aus Lippe für Lippe!
Leopoldshöhe-Heipke. Das war ein schmackhaftes Plädoyer für Lebensmittel aus Lippe: Zum Tag der Regionen öffnete der Landhandel Funke seine Pforten für die Öffentlichkeit und demonstrierte, dass Qualität aus Lippe ebenso gesund wie lecker ist.
Mehrere Mitglieder des Vereins Lippequalität zeigten den interessierten Besuchern, welche Produktpalette unter dem Logo mit der Rose erhältlich ist.
Die Stiftung Eben-Ezer, mittlerweile einzig verbliebener Molkereibetrieb in Lippe, bot neben Milch auch Milchshakes und Wurstwaren an. Fruchtsäfte aus heimischer Produktion probierten die Gäste am Stand der Grester Fruchtsaftkelterei Wernicke.
Wer Obst lieber in fester Form zu sich nimmt, war beim Obsthof Müller an der richtigen Adresse. Der Varenholzer Betrieb bot außerdem leckere Fruchtmarmeladen an. Brotaufstrich für den Frühstückstisch gab es auch einen Stand weiter, beim Lagenser Imker Waldemar Bierbaum: ob Akazie, Sommerblüte, Raps oder Blüte-Wald Honig in praktisch allen regionalen Geschmacksrichtungen. Viele Besucher interessierten sich auch für die anderen Produkte aus dem Bienenvolk: Pollen, Propolis und die Leibspeise der (Bienen)Königinnen, Gelee Royale. Passend zum beginnenden Herbst bot Bierbaum auch einen leckeren Schluck Met an.
Das Team von Diekmanns Hof aus dem Kalletal war mit einer Pickert-Schmiede vertreten, die stets dicht umlagert war. Ein Tag der Regionen in Lippe ohne Pickert ist schließlich kaum vorstellbar. Fleischer Dirk Runksmeier aus Kalldorf stellte seine Wurstprodukte vor. Lippequalität vermarktet erst seit wenigen Wochen auch Leckeres vom Schwein. Kartoffelbratwurst vom Grill, dazu ein Kartoffelbrötchen von der Bäckerei Brinkmann rundeten das Angebot ab.
Heinz Funke als Gastgeber dokumentierte die Kartoffelproduktion in Lippe mit einem Film, öffnete aber auch seinen Betrieb, um die Technik vorzustellen.
Ein entliehener Kartoffelroder, so groß wie ein Mähdrescher, faszinierte viele Besucher. Auch die Maschinen zur Reinigung, Sortierung und Abfüllung der lippischen Kartoffeln waren zu sehen. Auf besonderes Interesse stießen historische Kartoffelsorten, die Funke ausstellte: Bamberger Hörnchen, Linzer Blaue und andere Spezialitäten.
Doch der Tag der Regionen hatte weniger den Charakter einer Verkaufs- als einer Informationsveranstaltung. Der Verein Lippequalität und Heinz Funke beteiligten sich mit der Veranstaltung in Heipke an einer bundesweiten Aktion. Das Ziel: Die Regionalbewegungen in Deutschland wollen mit dem Tag der Regionen auf die Bedeutung lokaler Produkte für die heimische Wirtschaft und die Verbraucher hinweisen.
Dr. Bernd Nagel-Held, stellvertretender Vorsitzender von Lippequalität, erläutert: Gerade bei Lebensmitteln lässt sich in der Region für den Verbraucher lückenlos die Produktionskette nachweisen. Gleichzeitig werden feste Qualitätskriterien eingehalten, beispielsweise die Gentechnikfreiheit oder die Schweinehaltung auf Stroh statt auf Betonspalten. Dazu kommen die umweltfreundlichen kurzen Transportwege. Mit dieser regionalen Produktion die nicht auf Lebensmittel beschränkt sein muss findet schließlich auch die heimische Wirtschaft einen zukunftssicheren Platz in der sich globalisierenden Welt. Und dieser Platz kann so lecker und gesund sein.
16.09.2008
Vom Acker bis auf den Teller...
Leopoldshöhe-Heipke. Der Weg der Kartoffel vom Acker auf den Teller steht im Mittelpunkt des Tages der Regionen beim Landhandel Heinz Funke. Funke öffnet seinen Betrieb, Schötmarsche Straße 115a, am Sonntag, 21. September, zwischen 11 und 17 Uhr, für alle, die sich für Regionalvermarktung und regionale Produkte interessieren.
Doch soll es an diesem Tag nicht allein um die gold-gelbe Knolle gehen.
Mehrere Lippequalität-Betriebe stellen sich mit ihren unterschiedlichen Produkten ebenfalls vor. Gegen den großen Hunger gibt es lippischen Pickert und andere heimische Leckereien.
Der Tag der Regionen ist eigentlich der Erntedank-Sonntag am 5. Oktober. Doch laufen bundesweit zwischen Ende September und Mitte Oktober mehrere hundert Veranstaltungen rund um das Thema regionale Wirtschaft. Heinz Funke und der Verein Lippequalität wollen in diesem Rahmen auf die Vorteile regionaler Produktion und Vermarktung in einer sich globalisierenden Wirtschaft hinweisen.
02.05.2008

18.-20.4.2008 in Warburg
Etwa 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland versammelten sich am Wochenende in Warburg.
Am Eröffnungsabend war besonders der Festvortrag von Prof. Dr. Töpfer, dem ehem. Umweltminister und langjährigem Leiter der Umweltorganisation der UN beeindruckend. Töpfer mahnte deutlich an, dass eine Welt mit 8 Mrd. Menschen keine Ressourcen verschwenden, keine Abfälle in unserem Sinne produzieren darf und natürlich alle überflüssigen Transporte vermeiden müsse. Damit war der Bogen zum Tag der Regionen gespannt: Klimaschutz durch kurze Wege.
Als einziges Regionalprojekt aus OWL war Lippequalität mit mehreren Mitglie-dern in Warburg präsent. Einhelliger Tenor der Beteiligten: Wir sind auf dem richtigen Weg, aber der ist noch weit und wir müssen mehr werden. Dankbar wurde die Anwesenheit von mehreren Kreistagsmitgliedern und auch von Ute Koczy (MdB, Die Grünen) wahrgenommen. Insgeamt war ein knappes Dutzend Mitglieder von Landesparlamenten oder dem Bundestag in Warburg, womit die Bedeutung diese Treffen eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde.
Friedrich Graefe zu Baringdorf, der Vizepräsident des Agrarausschusses des Europa-Parlamentes sprach zum Abschluß des ersten Tages zu der schwierigen Problematik nachwachsender Energiepflanzen und ihrer Konkurrenz zu Nah-rungsmitteln. Hier mahnte er die dringliche Befriedigung der Lebensmittel-märkte an, machte auf den hohen Energieaufwand (Spritz- und Düngemittel) und die negative Klimabilanz von Agrarkraftstoffen aufmerksam und warb für wahrhaftig regenerative Energien: Sonne, Wind und Biomasse, soweit sie aus nicht verwertbaren Rohstoffen besteht.
Am Samstag zeigte sich die ganze bandbreite der Regionalbewegung. In ver-schiedenen Foren wurden ganz unterschiedliche Themen diskutiert:
Demografischer Wandel, Landflucht, Innenstadtdynamik, regionales Wirt-schaften, regionale Schulentwicklung, regionale Schulverpflegung, Agrogen-technik, regionale Energien. Exkursionen rundeten das Programm ab.
Beeindruckend waren die Vorträge von Manfred Rycken, Präsident des Flei-scherhandwerks, der auf die enge Verzahnung von Handwerk und Heimat hinwies und deutlich machte, dass Regionalprodukte nicht nur Lebensmittel sein müssen. Im Gespräch mit dem Lippequalität-Vorstand machte er deutlich, wie wichtig gerade für sein Handwerk der klare Bezug zur Region sei und welche Bedeutung dabei Tierschutz und gentechnikfreie Fütterung haben. Dr. Gerd Lehmann (proagro) stellte die Entwicklung der Regionalbewegung in Brandenburg vor. Hier gab es einen starken Impuls aus Berlin, nachdem das Abgeordnetenhaus im Rahmen der Agenda-21-Prozesse beschlossen hatte, dass künftig 1/3 aller Lebensmittel in Berlin aus dem Umland stammen sollen. Zum Thema innerörtlicher Entwicklungen durch kreative Ideen gab es einen sehr nachdenklichen Beitrag aus dem Saarland, der jedem verantwortlichen Regionalpolitiker die Augen öffnen konnte. So gibt es im Saraland keine Flächenverbräuche mehr zugunsten von neuen Wohn- oder Gewerbegebieten.
Diesen Ansatz verfolgt bekanntlich auch der Lippische Heimatbund.
Minister Uhlenberg griff diese Thema in seinem Abschlussvortrag auf und mahnte ebenfalls einen sorgsamen Umgang mit Ackerland an.
Am Sonntag stellte Neuland Chancen der Zukunft am Beispiel regionaler Schlachthöfe vor. Das Neuland-Markenfleischprogramm verzichtet in der Fütterung nicht nur auf gentechnisch veränderte Pflanzen. Konsequent werden nur einheimische Rohstoffe und damit keine Importe verwendet. Der Erfolg ist groß. In Berlin gibt es schon Neuland-Döner und eine große Anzahl hand-werklicher Schlachter hat sich dieser Idee angeschlossen. Vorträge von der Schweisfuth-Stiftung, der LEH-Kette tegut, dem Präsidenten der NRW-Stiftung, Ex-Minister Borchert und vom BUND-Vorsitzenden Weiger beendeten am Sonntag ein außerordentlich hochkarätiges Treffen.
Die Regionalbewegung wächst. Regionalität ist aber viel mehr als nur die Herkunft von Produkten. Regionalität ist ein Weg zur Freiheit von äußeren Abhängigkeiten und der sinnvollste Weg, Arbeitsplätze und eine lebenswerte Welt zu erhalten.
Im Gespräch mit Prof. Töpfer wurde den angereisten Lippern deutlich, dass Lippequalität die Weichen richtig gestellt hat und sich im Wettbewerb mit anderen Regionalbewegungen gut behaupten kann. Die spontanen Kontakte mit den Großen des Lebensmittelhandels führten schon in Warburg zu den ersten Geschäftsaufnahmen. So war dieses Wochenende rundum gelungen.
30.03.2007

Kreis Lippe (dk). Klimaschutz macht auch vor dem Thema Ernährung nicht halt. So belasten beispielsweise Äpfel aus Neuseeland und Steaks aus Argentinien die Umwelt wegen der langen Transportwege stärker als regionale Produkte.
Zu weit gereisten, stark verarbeiteten und aufwändig verpackten Lebensmitteln werden auf Märkten und in Geschäften zahlreiche Alternativen angeboten. Meistens sind die Produkte aus der Region sogar gesünder und schmackhafter. Und das erkennen immer mehr Menschen. Mit ein Grund für die Erfolgsgeschichte des Vereins „Lippe Qualität“, der im September 2002 aus der Taufe gehoben wurde. Inzwischen arbeiten 30 Lippequalitäts-Bäcker traditionell und mit Meisterhand. Sie schaffen und sichern heimische Arbeitsplätze, bieten Vielfalt und Genuss täglich frisch vor Ort. Lippequalität wird ausschließlich in handwerklichen Familienbetrieben erzeugt. Zugeliefert wird von gut 40 Landwirten, die Backgetreide anbauen. Zwei Mühlen garantieren, dass die Bäckereien auch tatsächlich überwiegend lippisches Mehl aus lippischem Getreide erhalten. Daneben gibt es auch die Lippequalitäts-Kartoffel auf den Wochenmärkten und in Supermärkten im Kreis Lippe.
Der Verbraucher, der ein Ei mit dem Lippequalitäts-Logo auf seinem Frühstückstisch liegen hat, kann sicher gehen, dass sein Frühstücksei frisch von einem der sieben Mitgliedsbetriebe stammt und nach bestimmten Richtlinien erzeugt wird. Selbstverständlich werden in den meisten Lippequalitäts- Bäckereien auch lippische Eier verarbeitet. Komplett wird das Frühstück durch Honig, der von einigen Imkern mit dem Logo vermarktet wird und ausschließlich aus dem Kreis Lippe kommt. Erweitert wurde die Produktpalette durch Obst, d.h. Äpfel und Erdbeeren, die garantiert aus Lippe kommen und nach dem integrierten Obstanbau produziert werden. Darüberhinaus produzieren zwei der größten Fruchtsafthersteller aus dem Kreis Fruchtsaäfte bzw. Fruchtnektare, deren Rohstoffe überwiegend aus lippischen Früchten bestehen.
(Quelle: Lippische Landes-Zeitung - Nr. 76 - Freitag, 30. März 2007)
08.04.2010
Lippequalität steht für Gentechnikfreiheit: auf den Feldern, beim Saatgut, im Tierfutter, in den Nahrungsmitteln. Dass Verbraucher das wollen, sieht man an den Initiativen Nahrungsmittelproduzenten und Discountern. Humana will einen Teil der Produktion gentechnikfrei erzeugen. Öffentlich werben große Firmen wie LIDL für Nahrung ohne Gentechnik. Allerdings wagen sie es nicht, diese zu deklarieren.
Denn wer kann bei einem Einkauf im großen Stil und aus allen Regionen ganz sicher sein, dass sich nicht doch eine geringe Menge (z.B. 0,1%) gentechnisch veränderte Anteile eingeschlichen hat?
Weil auch 0,1% genmanipulierte Ware nicht mehr gentechnikfrei ist, hat die deutsche Landwirtschaft schon einmal im Vorhinein und ohne Not erklärt, 0,1% sollten zulässig sein. Damit wird der Gentechnik Tür und Tor geöffnet. Das wollen auch die Bauern nicht. Wir von Lippequalität vermissen hier eine klare Position. Zwar wächst auf lippischen Feldern keine genmanipulierte Nahrung. Aber besser wäre es, grundsätzlich auch keine zu wollen. Denn nötig ist sie nicht. Einige große Firmen würden daran verdienen. Aber der Landwirt vor Ort nicht. Und der Verbraucher hätte davon keinen Vorteil. Gentechnik aber würde schaden: Die Natur verändern, nicht aufzuhalten sein (keine Grundstücksgrenze verhindern Pollen- und Samenflug!). Der Honig würde zum Sondermüll... Ob das nun Getreide ist oder Kartoffeln oder... Wir brauchen die Gentechnik nicht unseren Feldern und auf unseren Tellern!
Deswegen legen wir so großen Wert darauf, dass Lippequalität-Produkte nicht gentechnisch manipuliert sind. Unsere Kunden wissen das und schätzen das.